Betriebliche Altersvorsorge – schon bei Entgeltumwandlung sinnvoll?

Betriebliche Altersvorsorge – schon bei Entgeltumwandlung sinnvoll?

Wer heutzutage nicht selbst vorsorgt, wird seinen Lebensstandard im Alter nicht mehr halten können. Der steigende Lebensstandard, das Rentenversicherungssystem sowie das sinkende Bevölkerungswachstum sorgen für eine beachtliche Rentenlücke. 

Damit der Deutsche Bürger sich auch im Alter optimalerweise selbst tragen kann, hat der Staat verschiedene Wege der Förderung und Unterstützung eingeführt. 

Eine Variante der privaten Altersvorsorge ist die betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV. Doch was steckt eigentlich dahinter und lohnt sich der Abschluss dieser Vorsorgemöglichkeit?

Betriebliche Altersvorsorge kurz zusammengefasst

Steuerliche Absetzbarkeit: Steuerfreiheit bis 520€ pro Monat

Zuschüsse: Zuschüsse vom Arbeitgeber möglich (AG-Zuschuss, Vermögenswirksame Leistung)

Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge: ja (bis 4% der Beitragsbemessungsgrenze)

Besteuerung der Rente: volle Besteuerung der Rente

Sozialversicherungspflicht der Rente: Beitragspflicht in der gesetzl. Kranken- und Pflegeversicherung

Verfügbarkeit: zu Rentenbeginn

Leistungen bei Tod im Rentenbezug: Beitragsrückgewähr oder Rentengarantiezeit

Hartz IV sicher: ja

Vererbbarkeit: Ehegatten, Kinder, Lebenspartner

Der Hauptpfeiler der privaten Altersvorsorge soll in Zukunft laut der Regierung die bAV werden.
Trotz alledem muss der Rahmen des Vertrags stimmen, denn mit dem falschen Sparkern und dem teuersten Versicherungsmantel kann die Förderung vom Staat noch so groß sein; das Geld würde keine Chance haben, deine Rente zu finanzieren. 

Doch zuallererst solltest du wissen, was die bAV alles kann. 

Betriebliche Altersvorsorge einfach erklärt!

Du hast seit 2002 das Recht, die Extrarente vom Chef zu verlangen. Jeder Arbeitgeber (AG) muss seinen Arbeitnehmern (AN) die Chance auf die Entgeltumwandlung durch eine betriebliche Altersvorsorge gewähren.

Entgeltumwandlung ist die arbeitnehmerfinanzierte bAV. In diesem Fall finanzierst du die Beiträge selbst.

Jetzt kommt die staatliche Förderung ins Spiel.

Die Beiträge für die bAV sind im Gegensatz zu den weiteren 3 Möglichkeiten der Altersvorsorge direkt aus deinem Bruttolohn zu entrichten.
Durch diese Art der Finanzierung senkt sich dein zu versteuerndes Brutto und genauso auch deine Sozialabgabenpflicht.
Auf folgender Grafik findest du den direkten Vergleich der Versteuerung deines Einkommens mit und ohne bAV.

Übersicht mit Rechenbeispielen der Förderung durch den Staat
Diese Infografik ist von www.einfach-rente.de

Durch diese Bruttosenkung entstehen sehr hohe Förderquoten durch das Steuergeschenk des Staates.
Bei einer Einzahlung von beispielsweise 100€ pro Monat werden dir gerade mal 50€ vom Gehalt abgezogen. Den Rest bezahlt dir der Staat dazu.


MERKE:
Bei der Entgeltumwandlung liegt deine Förderung des Staats bei ca. 40%

Auch für Arbeitgeber lukrativ

Für Arbeitgeber ist die bAV ebenfalls eine sehr interessante Form der Altersvorsorge:

  • 1. Sie sparen Sozialabgaben bei der Entgeltumwandlung (Sozialabgaben werden durch AG und AN geteilt), da auch der Arbeitgeber weniger Sozialabgaben für den Arbeitnehmer bezahlen muss, wenn dieser ein geringeres Brutto hat.
  • 2. Durch Bezuschussung des bAV-Vertrags kann der Arbeitgeber zusätzliche Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.
  • 3. Der Arbeitgeber hat bei der wechselhaften Arbeitsmarktsituation eine effektive Möglichkeit an der Hand, seine Mitarbeiter an sein Unternehmen zu binden.

Durch die Weitergabe der Sozialabgaben (vom AG in die bAV) würden weitere 18,88€ in den Altersvorsorgevertrag des Arbeitnehmers fließen. Der Eigenaufwand des AN ändert sich dabei jedoch nicht.

Vermögenswirksame Leistungen – Der Zusatzturbo

Viele Arbeitgeber bieten ihren Arbeitnehmer zusätzlich eine mittelfristige Finanzspritze an, die sich Vermögenswirksame Leistung nennt.
Diese Finanzspritze kann ebenfalls problemlos in die bAV einfließen.

Arbeitgeberzuschuss – Die Extrarente des Chefs

Gehaltserhöhung nicht möglich? Eine Alternative zum Tankgutschein? Der Arbeitgeber kann die bAV durch einen Zuschuss noch stärker fördern und diese Kosten ebenfalls als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.
Warum nicht genau damit bei der nächsten Gehaltsverhandlung argumentieren?
Denn der Arbeitgeberzuschuss ist ein starker Turbo in der bAV.

WICHTIG
Seit 2018 ist der Arbeitgeber verpflichtet, 15 % der Entgeltumwandlung durch den Arbeitnehmer zusätzlich in den Vertrag einzuzahlen.

Die 5 Varianten der betrieblichen Altersorge

Der Arbeitgeber kann dir vorgeben, welche der 5 Durchführungswege du nutzen darfst.

Direktversicherung und Pensionskasse

Diese 2 Arten werden oft von kleineren und mittelständischen Unternehmen genutzt, da sie den Verwaltungsaufwand an ein Versicherungsunternehmen abtreten und mit diesem einen Vertag auf das Leben des Arbeitnehmers abschließen. Der Arbeitnehmer ist dabei die versicherte Person und erhält im Ruhestand die Rente aus dem Vertrag. Es besteht zudem ein Rechtsanspruch auf die Leistungen aus dem geschlossenen Vertrag.

Pensionsfonds

Der Pensionsfonds bietet dem Arbeitgeber mehr Gestaltungsfreiheit bei der Geldanlage, was aber auch einen größeren Veraltungsaufwand bedeutet. Deshalb findet man die Pensionsfonds eher bei großen Unternehmen.

Pensionszusage

Dies ist eine Form, die meist für Geschäftsführer und Führungskräfte eingerichtet wird. Der Mitarbeiter erhält in diesem Fall eine Vorsorgezusage mit frei wählbarer Leistungszusage.

Was du noch wissen musst!

Sozialabgabenpflichtig bei Rentenzahlung

Wo der Staat schenkt, hält er die Hand auch wieder auf! Durch die Ersparnis der Sozialabgaben in der Ansparphase bist du mit der bAV verpflichtet, in der Rentenphase auf deine Rente aus der bAV Sozialabgaben zu leisten. Der Vorteil dabei ist jedoch, dass du im Rentenalter im Durchschnitt deutlich weniger Sozialabgaben zu leisten hast als in der Vorrentenphase.

Volle Besteuerung

Deine Rente wird zudem, so wie die meisten Einkünfte in Deutschland, voll versteuert.
Auch in diesem Falle ist deine Steuerlast als Rentner meist deutlich geringer als zuvor.

Steuerliche Absetzbarkeit

Du kannst deine geleisteten Beiträge für die bAV als Sonderausgaben nach §10a EstG steuerlich absetzen. Außerdem sind die Beiträge des Arbeitgebers bis zu 520€ im Monat steuerfrei. Dieser Wert richtet sich nach der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) und ändert sich jedes Jahr.

WICHTIG:
 Seit 2018 hat sich der steuerfreie Höchstbetrag der bAV von 4 % der BBG auf 8% der BBG erhöht!

An dieser Stelle merkst du bereits, dass der Staat die bAV immer stärker fördert.

Fazit:

Lohnt sich die bAV schon bei einer Entgeltumwandlung?
Auf jeden Fall. Du bekommst nicht nur eine enorme Förderung vom Staat, sondern bekommst seit 2018 auch noch 15% deiner eingezahlten Beiträge vom Arbeitgeber dazu.

TIPP: Vergiss niemals den Sparkern zu prüfen, der dem Vertrag zugrunde liegt. Denn mit einer niedrigen Verzinsung des Geldes, bringt dir die höchste Förderung nichts!

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Infografiken: Diese Infografik ist von www.einfach-rente.de

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Autor – Josef Leu

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