Privathaftpflichtversicherung – Das sollte drin sein!

Privathaftpflichtversicherung – Das sollte drin sein!

Wer keine Haftpflichtversicherung hat, ist laut § 823 Abs. 1 BGB voll umfänglich haftend, wenn er einem anderen einen Schaden zufügt. Voll umfänglich ist hierbei als unbegrenzt zu verstehen, denn eine Obergrenze für die Haftung gibt es nicht.

Deshalb ist es unglaublich wichtig, sich vor diesen finanziellen Risiken zu schützen. Viele kennen lediglich die bekannteste Form der Haftpflichtversicherung, die Privathaftpflichtversicherung. Doch es gibt noch weitaus mehr Bereiche im Leben, die zu einer Haftung führen können, wenn das Risiko nicht abgesichert ist. Eine Übersicht über die gängigsten Haftpflichtversicherungen findest du hier.

Wie der Berufseinstieg kinderleicht gelingt

Berufseinsteiger? Hier geht’s zu deiner ultimativen Einstiegshilfe!
Mit diesem Wissen wird der Berufseinstieg ein Kinderspiel!

Was ist eine Privathaftpflichtversicherung (PHV)?

Die PHV gehört zu den Risikoversicherungen und leistet dann, wenn ein Schaden entweder angeblich oder tatsächlich entstanden ist.
Sie sichert den Versicherungsnehmer und dessen Familie (wenn vertraglich vereinbart) vor Forderungen Dritter im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme.

Wer ist versichert?

Schutz genießt, wer im Vertrag mit versichert ist. Folgende Möglichkeiten gibt es

  1. Single
  2. Ehe- und Lebenspartner
  3. Familie mit Kind
  4. Single mit Kind

Was ist eine Deckungssumme?

Als Deckungssumme wird das vertraglich abgesicherte Risiko in Geldwerten bezeichnet, das der Versicherungsnehmer von der Versicherung erwarten kann, wenn es zu einer Forderung gegenüber Dritter kommt.
Sprich: Die Deckungssumme ist die Summe, die die Gesellschaft höchstens zahlt, wenn ein Schaden entstanden ist.

Welche 3 Grundschadensarten werden unterschieden?

In der Privathaftpflichtversicherung wird zwischen Personen-, Sach- und Vermögensschäden unterschieden.

Personenschäden

Verletzt du eine Person durch deine Handlungen, entsteht ein Personenschaden.
Beispiel: Du fährst mit deinem Fahrrad auf der Straße und übersiehst einen Passanten. Bei der Kollision verletzt sich der Passant. Für die Kosten der Genesung und eventuellen Folgen bist du finanziell haftend.

Sachschäden

Sollte jedoch durch deine Handlungen ein Sachgegenstand kaputt gehen, wird dies als Sachschaden bezeichnet.

Beispiel: Zerstört du ausversehen das Smartphone eines Freundes, so ist ihm durch dich ein Sachschaden entstanden. Für diesen Schaden musst du aufkommen.

Vermögensschäden

Vermögensschäden beziehen sich weder auf Personen-, noch Sachschäden, sondern entstehen, wenn einer dritten Person durch dein Handeln ein finanzieller Schaden entsteht.

Beispiel: Du verschüttest ausversehen ein Glas Wasser über dem Laptop eines Freundes.
Dabei entsteht zwar zuallererst ein Sachschaden. Der Laptop ist durch einen Kurzschluss unwiderruflich zerstört. Dadurch gehen jedoch auch die Daten auf dem Laptop unwiderruflich verloren. An dieser Stelle entsteht ein Vermögensschaden, da der Freund diese Daten benötigt, um Geld zu verdienen.

Weitere Hauptschadensarten

Weiterhin sind in den meisten Privathaftpflichtversicherungsverträgen folgende Schäden mitversichert:

  1. Mietsachschäden außer Glasschäden, Schäden durch Abnutzung und Verschleiß sowie übermäßige Beanspruchung, Schäden durch Schimmel, Schäden an elektrischen und heizungstechnischen Einbauten bzw. Bestandteile der Warmwasserbereitung
  2. Bauherrenhaftpflichtversicherung (meist bis 50.000€ Bausumme)
  3. Tiere außer Hunde, Pferde, exotische Tiere, Nutztiere

Versicherbare Zusatzdeckungen

Die folgenden Risiken können bei den meisten Versicherern gegen Zusatzbeitrag oder als Gesamtpalet mitversichert werden:

Ausfalldeckung

Bei der Forderungsausfalldeckung handelt es sich um einen Schutz des Versicherten, falls ein Dritter, der einen Schaden am Versicherungsnehmer verursacht, selbst keine PHV hat und auch nicht in der Lage ist, den Schaden zu bezahlen.

Deckung für deliktunfähige Kinder

Privathaftpflichtversicherung

Nach § 828 Abs. 1 BGB haften Kinder bis zur Vollendung des 7. Lebensjahrs nicht selbst, bei Kindern vom 7. bis zum 10. Lebensjahr (Abs. 2) gibt es Einschränkungen bei Unfällen mit einem Kraftfahrzeug, einer Schienenbahn oder einer Schwebebahn, sowie bei allen Kindern bis zum 18. Lebensjahr (Abs. 3) Einschränkungen der Haftung nach Einsichtsfähigkeit. 

Unabhängig davon können aber die Eltern bei einer Aufsichtspflichtverletzung in die Haftung für Handlungen ihrer Kinder genommen werden, da diese dann selbst falsch gehandelt haben. Selbst, wenn der Geschädigte keinen Anspruch auf Schadensersatz hätte, bleibt dennoch meist die „moralische Verpflichtung“ gegenüber den Geschädigten wie z. B. den Nachbarn. 

Durch den Einschluss einer Zusatzversicherung kann die „Einrede der Deliktunfähigkeit“ bis zum vollendeten 7. Lebensjahr, bei manchen Versicherern auch bis zum 10. Lebensjahr ausgeschlossen werden. Der Versicherer prüft dann nur noch, ob der Schaden im Rahmen der Police abgedeckt ist. Zu beachten ist aber, dass die Versicherungssummen dafür meist sehr begrenzt (5.000 bis 30.000 Euro) sind.

Dauerhaft deliktunfähige Kinder, z. B. bei geistiger Behinderung oder u. U. mit Pflegebedarf müssen durch eine spezielle Klausel vom Vertrag erfasst sein, damit sie über die Volljährigkeit hinaus mitversichert bleiben.

Gefälligkeitsschäden

Wenn eine Person einer anderen bei Ausübung einer unentgeltlichen Hilfeleistung einen Schaden zufügt, besteht aufgrund der Gesetzeslage bei leichter Fahrlässigkeit kein Haftungsanspruch. Beispiel bei Umzugshilfe unter Freunden. Sollen jedoch unter Freunden keine Streitigkeiten entstehen, gibt es die Möglichkeit diese Gefälligkeitsschäden mit abzusichern.

Schlüsselverlust

Der Schlüsselverlust ist ein sehr kostspieliges Problem. Hängt an einem einzigen Schlüssel eine ganze Schließanlage, so ist der Geschädigte berechtigt, den Austausch der Anlage bezahlen zu lassen.
Es gibt die Möglichkeit berufliche, private und ehrenamtlichen Schlüsselverlust versichern zu lassen.

WICHTIG

Achte stehts auf die Höchstgrenzen und auf eine möglicherweise vereinbarte Selbstbeteiligung für diesen speziellen Fall.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Wer ehrenamtlich tätig ist, ist nicht über die Privathaftpflichtversicherung versichert. Der Schutz kann jedoch zusätzlich versichert werden.

Alles was das Herz begehrt!

Du bist offen für: regelmäßige Tipps & Tricks rund ums Thema Geld / Anlagestrategien / Updates zu aktuellen Wirtschaftsthemen / Insiderwissen aus der Finanzbranche / Erfolgsgeheimnisse für deinen Finanzplan.

Dann ist unser Newsletter genau das richtige für dich! Topaktuelles Wissen aus erster Hand. KEIN SPAM!

100% Datenschutz. Deine Privatsphäre ist uns wichtig. Jederzeit mit einem Klick kündbar.

Share on facebook
Share on google
Share on email
Share on whatsapp

Alle in dem Artikel verwendeten Bilder stammen von der Website https://pixabay.com.

Erzähle deinen Mitmenschen von uns!

Mit den besten Grüßen und bleib up to date

dein-moneycoach.de

Autor-Josef Leu

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen