Privatinsolvenz – Der Ablauf in 5 Schritten erklärt!

Privatinsolvenz – Der Ablauf in 5 Schritten erklärt!

In manchen Fällen ist die Privatinsolvenz der letzte Ausweg und damit auch der erste Schritt in ein schuldenfreies Leben.

Dabei lässt sich die Privatinsolvenz grundsätzlich in drei übergeordnete Phasen unterteilen:

Die Vorbereitungsphase, die Insolvenz und die Wohlverhaltensphase. Nach dieser letzten Phase wird dem Schuldner die Restschuldbefreiung erteilt.

Nun stellt sich die Frage, wie genau das ganze abläuft und was die einzelnen Schritte für den Schuldner bedeuten.

1. Die Vorbereitung

Im ersten Schritt wird eine Bestandsaufnahme gemacht. Diese klärt die Frage, welchen Gläubigern wie viel Geld geschuldet wird.

Anschließend wird ein Schuldenbereinigungsplan aufgesetzt, welcher dann von ALLEN Gläubigern bestätigt werden muss. Dieser enthält einen Plan, nach dem der Schuldner seinen Gläubigern seine Möglichkeiten der Schuldendeckung vorstellt.

Sind nicht alle Gläubiger damit einverstanden, wird ein Insolvenzverfahren eingeleitet. 

2. Der Insolvenzantrag

Ein Insolvenzantrag kann erst erfolgen, nachdem man seinen Gläubigern einen Schuldenbereinigungsplan vorgelegt hat und dieser nicht von bestätigt werden konnte.

Jetzt erst hast du die Möglichkeit einen Insolvenzantrag zu stellen. Du solltest dabei bedenken, dass auch deine Gläubiger aus gegebenem Grund einen Insolvenzantrag stellen können.

Wenn du eigenständig Insolvenz anmeldest, heißt das „Eigenantrag“ und wenn deine Gläubiger den Antrag stellen, nennt man es „Gläubigerantrag“.

3. Das Insolvenzverfahren

Ist der Antrag auf Insolvenz einmal gestellt, dauert es im Durchschnitt 4 bis 6 Wochen, bis das Verfahren eröffnet wird.

Zu diesem Zeitpunkt wird ein Treuhänder bestellt, welcher das pfändbare Vermögen des Schuldners errechnet und verwaltet.

Dazu können Gegenstände aber auch Vermögenswerte zähle (Aktien, Immobilien etc.), solange sie nicht unmittelbar lebensnotwendig sind.

Von der Pfändung ausgeschlossen sind allerdings Gegenstände wie Eheringe, Kleidungsstücke und Möbel aber auch Fernsehgeräte bis zu einem gewissen Wert.

Das Verfahren dauert so oft nicht länger als 12 Monate.

4. Die Wohlverhaltensperiode

Der Name an sich klingt erst einmal befremdlich und eher so, als hätte man gegen Gesetze verstoßen. Diese Periode ist aber nichts anderes als eine Einschränkung deines Einkommens und der Verwaltung deiner Liquiden Mittel um Schulden zu tilgen.

Während dieser Zeit wird jegliches Einkommen über 1.139 € (Stand: 12.2018) eingezogen. Wie hoch die Pfändungsfreigrenze liegt kannst du der Pfändungstabelle entnehmen.

0

Falls du Unterhalt zahlen musst oder Kinder hast, fließt dies ebenfalls in die Berechnung mit ein, so dass du immer mindestens 1.139 € im Monat zur Verfügung hast. Verdienst du weniger als dieser Betrag, kommt es zu keinen Pfändungen deines Einkommens.  

Im Regelfall dauert die Wohlverhaltensperiode 6 Jahre an. Man kann dies allerdings auf 5 Jahre verkürzen, indem man die Verfahrenskosten begleicht.

Wenn man in der Lage ist 35 Prozent der Schulden sowie die Verfahrenskosten zu begleichen, kann man seine Wohlverhaltensperiode sogar auf 3 Jahre herunterschrumpfen.

Sobald du dich durch diese Jahre gekämpft hast, kommt es zum letzten Schritt, der Restschuldbefreiung.

5. Die Restschuldbefreiung

Am Ende der Wohlverhaltensperiode kannst du endlich deine Schulden abschreiben, denn dann geben alle Gläubiger ihre Forderungen an dich ab.

Du bist als Schuldner also ab diesem Moment wieder schuldenfrei.
Die Privatinsolvenz ist damit überstanden, in dem Fall, dass die Restschuldbefreiung nicht aus einem besonderen Grund aufgehoben wird.

Du solltest dabei aber beachten, das strafrechtliche Schulden, wie Kautionen oder Bußgelder NICHT von der Restschuldbefreiung betroffen sind und du diese trotzdem zahlen musst.

Ein Wort zum Schluss

Ein Insolvenzverfahren ist ein langjähriges und kräfteraubendes Verfahren.
Während dieser Zeit wirst du permanent an deinem Existenzminimum leben, was auf Dauer ungesund sein kann.

Du solltest daher schon präventiv handeln und mögliche SCHULDENFALLEN in deinem Alltag ausschalten. Welche Schuldenfallen es im Alltag gibt, findest du in DIESEM Beitrag.

Falls du jedoch nicht verhindern konntest Schulden aufzunehmen, muss es nicht immer gleich die Privatinsolvenz sein. Es gibt hier einige Möglichkeiten dich davor zu bewahren.

Vom richtigen Haushaltsplan, über den Verzicht auf überflüssigen Konsum bis hin zur Umschuldung sind alles legitime und erfolgversprechende Schritte.

Wie du in wenigen Schritten deine Schulden in Angriff nehmen und sie loswerden kannst, erfährst du HIER.

Alles was das Herz begehrt!

Du bist offen für: regelmäßige Tipps & Tricks rund ums Thema Geld / Anlagestrategien / Updates zu aktuellen Wirtschaftsthemen / Insiderwissen aus der Finanzbranche / Erfolgsgeheimnisse für deinen Finanzplan.

Dann ist unser Newsletter genau das richtige für dich! Topaktuelles Wissen aus erster Hand. KEIN SPAM!

100% Datenschutz. Deine Privatsphäre ist uns wichtig. Jederzeit mit einem Klick kündbar.

Share on facebook
Share on google
Share on email
Share on whatsapp

Alle in dem Artikel verwendeten Bilder stammen von der Website https://pixabay.com.

Erzähle deinen Mitmenschen von uns!

Mit den besten Grüßen und bleib up to date

dein-moneycoach.de

Autor-Konstantin

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen