Sonderausgaben – Steuern senken mit System

Sonderausgaben – Steuern senken mit System

Wer in Deutschland Steuern zahlt, hat auch das Recht eine Steuererklärung anzufertigen.
Kosten, die über das Jahr angefallen sind, können dafür sorgen, dass der Steuerzahler Geld zurückbekommt.
Ein sehr hilfreicher Posten für die Steuerrückerstattung sind die Sonderausgaben.

Allgemeine Tipps und Tricks zur Steuererklärung gibt’s hier.
Mehr über Pauschalbeträge findest du in diesem Artikel.

Was sind Sonderausgaben?

Hierbei handelt es sich um einen Mischposten in der Einkommenssteuererklärung. Zuallererst geht es um Kosten für die Lebensführung. Also Kosten die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern

Sprich, Ausgabe, die geleistet werden müssen, dabei aber einiges an Geld kosten, das zum Leben fehlt.

Geregelt werden die Sonderausgeben im §10 bis 10i EStG.

Pauschalbetrag

Der Pauschalbetrag für die Sonderausgaben ist vom Fiskus sehr niedrig angesetzt. Gerade einmal 36€ können von einer alleinstehenden Person automatisch anerkannt werden.
Deshalb lohnt es sich um so mehr ein besonderes Auge auf die Sonderausgaben zu werfen. Denn hier versteckt sich eine Menge Potenzial.

Sonderausgaben #1 Vorsorgeaufwendungen

Unterschieden wird:

  1. Basisversorgung (gesetzliche Renten, berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskassen, Rürup-Renten)
  2. Sonstige Vorsorgeaufwendungen (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall-, klassische private Lebensversicherungen mit Abschluss vor 2005)
  3. Zusatzversorgung (Riester-Rente)

Basisversorgung

Für die Basisversorgung gibt es eine aktuelle Höchstgrenze von 23.712€, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 47.424€. Bis 2025 befinden wir uns jedoch noch in einer Übergangsphase. Aktuell sind 86% der angefallenen Kosten steuerlich absetzbar. Ab 2025 dann die vollen 100%

Aktuell sind also bis zu 20.393€/40.785€ abziehbar.

Arbeitnehmerbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung: 5000€

Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung: 5000€

Basisrentenvertrag: 3600€

Summe 13600€

86% von 13600€ = 11696€

Abzug des Arbeitgeberanteils für die gesetzliche Rentenversicherung 5000€

Anzusetzender Betrag der Basisversorgung für 2018 6690€

Sonstige Versorgungsaufwendungen

Basiskranken- und Pflegeversicherung

Seit 2010 gilt: Die Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung könne grundsätzlich in voller Höhe als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

Bei privat Krankenversicherten gilt: Wenn die Versicherung Beiträge für die Basiskranken- und Pflegeversicherung erstattet, sind diese zu verrechnen.

Krankenversicherung

Die Beiträge für die Krankenversicherung sind auch in voller Höhe steuerlich absetzbar.

Sollest du von der Krankenkasse eine Bonuszahlung durch Teilnahme an einem Bonusprogramm teilgenommen haben, musst du dies NICHT verrechnen (nur wenn Beitragsrückstellungen mit dem Geld gebildet werden).

Beiträge für Kinder

Auch die Beiträge für Kinder können im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Jedoch nur, wenn der Steuerzahler Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für das Kind hat.

Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen

Hierzu zählen:

  1. Arbeitslosenversicherung
  2. Erwerbsunfähigkeitsversicherung
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung
  4. Unfallversicherung
  5. Haftpflichtversicherung
  6. Rentenversicherungen
  7. Lebensversicherungen

Zusatzversorgung (Riester Rente)

Wer zum begünstigten Personenkreis gehört, hat das Anrecht auf eine Riesterförderung.
Alle wichtigen Fakten zur Riester Rente gibt’s hier.

Bis zu 2100€ erkennt der Fiskus an jährlichen Einzahlungen in den Riester an.
Das Finanzamt prüft bei Angabe, ob der Sonderausgabenabzug mehr Vorteile als die Förderung bringt. Im Falle wird dies im Steuerbescheid angegeben.

Sonderausgaben #2 Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner

Egal ob laufende oder einmalige Unterhaltszahlungen. Diese sind ebenfalls als Sonderausgaben bis zu 13.805€ pro Jahr abzugsfähig.

ACHTUNG

Der Partner muss zustimmen, dass die Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben geltend gemacht werden, denn bei Zustimmung muss dieser die Unterhaltszahlungen als sonstige Einkünfte angeben.

TIPP

Kann keine Einigung gefunden werden, kann versucht werden, die Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastungen geltend zu machen.

Die Zustimmung wäre auch noch gerichtlich einklagbar.
Wenn eine Eigentumswohnung zur Miete überlassen wird, ist der Mietwert als Unterhaltsleistung absetzbar.
Gehört die Immobilie beiden Parteien, zählt nicht nur der Mietwert, sondern auch noch die verbrauchsunabhängigen Kosten den Miteigentumsanteil des EX.

Bei Mietzahlung des Ex-Partners, können Verluste aus der Vermietung geltend gemacht werden (auch bei Verrechnung mit dem Barunterhalt).

Sonderausgaben #3 Kirchensteuer

Gezahlte Kirchensteuer können in voller Höhe als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Dies gilt auch für den Zusatzteil der Kapitalerträge durch die Kirchensteuer, die mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden müssen.

ACHTUNG

Dies gilt nicht bei Kirchensteuern, die als Zuschlag zur Abgeltungssteuer geleistet werden müssen. Diese werden pauschal versteuert.

Sonderausgaben #4 Spenden und Mitgliedsbeiträge

Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke kannst du bis zu einer Höchstgrenze von 20% deines Gesamtbetrags deiner Einkünfte steuerlich geltend machen!
Diese müssen zwar nicht mehr per Spendenquittung direkt nachgewiesen werden, doch sollten die Quittungen zuhause im Ordner bleiben, falls das Finanzamt nachfragt.

TIPP

Mehr als 20% des Gesamteinkommens gespendet? Nicht schlimm. Das Finanzamt kann einen Spendenvortrag einrichten. Dadurch werden die restlichen Spendenbeträge im folgenden Jahr berücksichtigt.

Parteispenden

Parteispenden können zur Hälfte von der ermittelten Steuerschuld abgezogen werden. Der Höchstbetrag liegt bei 825€/1650€

TIPP

Die Spende wird nicht vom versteuerten Einkommen abgezogen, sondern direkt von der Steuerlast. Dadurch entsteht einen stärkerer Steuerspareffekt.

Beispiel: Spendest du 3300€ pro Jahr, wird bei Spenden bis 1650€ (die Hälfte der Spenden) ein Höchstbetrag von 850€ direkt von der ermittelten Steuerlast abgezogen.
Die zweite Hälfte wird als Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen zusätzlich senken.

Stiftungen

Spenden an Stiftungen des öffentlichen Rechts (in den Vermögensstock) oder einer steuerbegünstigten Stiftung des privaten Rechts sind bis zu 1 Million €/2 Millionen € bei zusammen veranlagten Ehepartnern/Lebenspartnern steuerlich geltend machbar.

Nicht absetzbar sind: 
Mitgliedsbeiträge für

  1. Sportvereine
  2. Heimatkundevereine
  3. Karnevalvereine

Ausgaben für:

  1. Aufwendungen für Lose einer Wohlfahrtslotterie
  2. Zuschläge auf Wohlfahrts- und Sonderbriefmarken
  3. Zahlungen an gemeinnützige Einrichtungen, die als Bewährungsauslage im Straf- oder Gnadenverfahren auferlegt werden.

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Autor-Josef Leu

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