Was ist ein Schiffsfonds? Lerne diese ganz besonderen Fonds in wenigen Minuten kennen!

Was ist ein Schiffsfonds? Lerne diese ganz besonderen Fonds in wenigen Minuten kennen!

Es gibt viele verschiedene Arten von Fonds und Investmentfonds, doch heute soll es uns um eine ganz besondere Art gehen – den Schiffsfonds.

Willst du wissen, wie du von den Millionen Produkten profitierst, welche tagtäglich von Schiffen rund um die Welt transportiert werden?
Dann solltest du diesen Beitrag ganz genau lesen!

Wie immer vorab der Hinweis, dass dieser Beitrag keine Anlageberatung ist, sondern dir Wissen für deine Weiterbildung vermitteln soll.

Viel Spaß beim Lesen und Lernen!

Was ist ein Schiffsfonds?

Schiffsfonds sind geschlossene Fonds, welche das eingesammelte Kapital in den Bau und Erwerb von Schiffen investieren.

Ähnlich wie bei den geschlossenen Immobilienfonds, können Investoren nur in einem bestimmten Platzierungszeitraum in diesen Fonds investieren. Beim erreichen der zuvor festgelegten Summe, wird der Schiffsfonds dann geschlossen.

Oftmals müssen die Fondsgesellschaften dann noch Hypothekenkredite in Millionenhöhe aufnehmen, um so den Kauf von zum Beispiel Containerschiffen oder einer Reederei zu finanzieren.
Sie erweitern ihr Kapital also noch zusätzlich mit Fremdkapital.

Sie gehören dabei allerdings zum grauen Kapitalmarkt.

Was ist der graue Kapitalmarkt?

Der graue Kapitalmarkt ist ein unregulierter, aber gleichzeitig legaler Teil des Kapitalmarkts.

Man könnte sagen, er agiert in einer rechtlichen Grauzone.

Er ist deshalb nicht reguliert, da er nicht unter staatlicher Aufsicht steht. Die BaFin, also die Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht, hat ebenfalls keine Gewalt über die in diesem Markt gehandelten Fonds oder Werte.

Zudem müssen sie keine bis wenige gesetzliche Voraussetzungen erfüllen.
Daher ist ein Anleger immer einem höheren Risiko ausgesetzt, wenn er in einem solchen Umfeld agiert.

Wie funktionieren Schiffsfonds?

Nachdem der Schiffsfonds geschlossen und weiteres Kapital für den Kauf aufgenommen wurde, wird entweder der Bau eines Schiffes initiiert oder ein Schiff in Betrieb genommen.

Welche Art Schiff dann gekauft und betrieben wird, ist von Fonds zu Fonds unterschiedlich. Dies wird jedoch zuvor festgelegt und dem Anleger mitgeteilt.

Ziel ist es dann, so viele Charteraufträge wie möglich für dieses Schiff zu erreichen, damit es seine Kosten wieder einbringen kann.

Schiff mit Containern

Dieser Prozess dauert einige Jahre. Die Fondsgesellschaft oder Reederei kann dann entscheiden, ob sie Kapital an die Anleger ausschütten wollen.

Nach ca. 10 bis 15 Jahren rentieren sich die meisten Schiffe. Ab diesem Punkt sind meist Gewinnbeteiligungen für den Anleger eingeplant.

Wenn jedoch ein Schiff nicht oft genug „gechartert“, also gemietet wird, kann sich das Projekt nicht finanzieren und möglicherweise Insolvenz anmelden.

Wenn jedoch alles nach Plan verläuft, wird das zuvor gekaufte Schiff zu einem Restbetrag veräußert, von dem dann ein Anleger wieder profitieren kann.

Der Anlagehorizont beträgt also ungefähr 15-25 Jahre.

Welche Vor- und Nachteile bieten diese Schiffsfonds?

Die Vorteile:

Schiffsfonds bieten prinzipiell sehr interessante Vorteile.

Du kannst zum Beispiel durch die Investition in diesen Markt einen neuen Kapitalmarkt für dich erschließen.

Zudem können die Renditen dieser Fonds sehr hoch ausfallen, da sie mit gehebeltem Kapital agieren und bei einem erfolgreichen Kauf hohe Ausschüttungen an die Anleger zahlen können.

Zudem gibt es einen steuerlichen Vorteil, durch die sogenannte Tonnagebesteuerung.

Was ist die Tonnagebesteuerung?

Anders als bei einer üblichen Besteuerung werden die Erträge von Charterschiffen nicht nach dem tatsächlichen Umsatz besteuert, sondern nach der Tonnage.

Das heißt, es wird ein gewisser Betrag pro Tonne Ladevolumen des Schiffs veranschlagt.
Umso größer das Schiff nun ist, desto höher fällt die Steuer aus, die gezahlt werden muss.

Dabei kostet eine Tonne weniger als ein Cent.

Der Nachteil daran ist, dass auch dann eine Steuer entrichtet werden muss, wenn das Schiff keine Gewinne erzielt.

Die Nachteile:

Leider haben Schiffsfonds sehr viele Nachteile.

Ein Risiko ist hierbei die Tatsache, dass sie nicht staatlich reguliert werden. Die Chance ist hier höher, an Betrüger zu geraten.

Zudem gibt es noch ein Währungsrisiko, welches entsteht da die meisten Charterverträge in US-Dollar vereinbart werden.

Betriebskosten sind ebenfalls eine große Kostenfalle, welche die Erträge der Schiffsfonds auffressen können. Hier können unvorhergesehene Wartungen einen ganzen Fonds zerstören.

Der ausschlaggebendste Nachteil ist die Abhängigkeit von den Charterraten, sind diese nicht hoch genug, kann man die laufenden Kosten nicht decken.

Diese kann so weit gehen, dass man das Schiff verkaufen und die Gewinne daraus zur Kostendeckung nehmen muss. Dabei erzielen die Schiffe aber nur noch maximal 50% des zuvor gezahlten Preises.

Ein wahrere Supergau für den Privatanleger.

Und zu guter Letzt besteht eine hohe Volatilität auf dem Markt der Charterverträge.
Seit der Krise im Jahre 2008 bricht außerdem die Zahl der Chartverträge immer wieder ein.

Diese belastet viele der Schiffsfond, welche daraufhin Insolvenz anmelden müssen.

Lohnt es sich denn dann überhaupt in diese Art der Fonds zu investieren?

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:

  • hohe Renditen sind mögich
  • steuerliche Vorteile - Tonnagebesteuerung
  • Teilnahme an schwer zugänglichen Markt

Nachteile:

  • Währungsrisiko
  • nicht staatlich regulierter Markt
  • unvorhersehbare Betriebskosten
  • Abhängigkeit von Charterraten
  • hohe Volatilität des Marktes

Fazit

Schiffsfonds sind eine sehr interessante Art sein Kapital anzulegen. Wenn man jedoch die Vor- und Nachteile abwägt, wird man feststellen, dass Nachteile deutlich überwiegen.

Der unregulierte Markt, die sinkenden Charterverträge, hohen Risiken durch ungeplante Vorkommnisse und schließlich noch das Währungsrisiko, machen die Investition in Schiffsfonds zu einem spekulativen Vorhaben.

In den letzten Jahren sind nur die wenigsten Schiffsfonds erfolgreich und ertragreich gewesen.

Ich rate dir daher ab, an diesen Fonds Anteile zu erwerben. Hier wärst du deutlich besser mit offenen Immobilienfonds oder ähnlichem bedient. Diese bieten kürzere Bindungszeiten und stetigere Renditen.

Falls du jedoch einen Schritt in diesen Markt wagen möchtest, solltest du nie mehr als 5% deines gesamten Kapitals investieren. Alles andere würde deinem Portfolio, im Falle eines sehr wahrscheinlichen Totalverlusts, extrem schaden!

Ich hoffe dir hat der Beitrag geholfen und möglichst viele deiner Fragen beantwortet!

Alles was das Herz begehrt!

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Autor – Konstantin

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