Zinseszinseffekt – einfach erklärt

Zinseszinseffekt – einfach erklärt

Der Zinseszinseffekt sorgt bei Finanzbeginnern immer wieder für Verwirrung. Wie kann es denn sein, dass nach 5 Jahren und 6.000€ weniger sparen, auf einmal 100.000€ verschwunden sind?
(Beispiel mit 100€ pro Monat, verzinst mit 7% über 45/40 Jahre angelegt)

Dafür ist der Zinseszins verantwortlich. Deshalb soll Albert Einstein den Zinseszinseffekt auch als „achtes Weltwunder“ bezeichnet haben.

Der Zinseszinseffekt ermöglicht es, dass Geld für dich Geld verdient.
Und das ist gar nicht schwer.

Was ist der Zinseszinseffekt

Beim Zinseszinseffekt handelt es sich um einen mathematischen Effekt, der es möglich macht, Geld oder auch Schulden aus sich heraus wachsen zu lassen.

ACHTUNG

Bei falscher Anwendung kann der Zinseszinseffekt auch sehr effektiv Geld vernichten!

TIPP

Es gibt sehr viele einfache Tools, um dir den Zinseszins schnell und einfach berechnen zu lassen. Eine sehr hilfreiche App ist der Rechenknecht. Zudem findest du im Internet zahlreiche Rechner. Wenn du die folgenden Beispiele mitverfolgen möchtest, dann kann ich dir diesen Rechner empfehlen.

Beispiel des einfachen Zinseszinseffekts

Angenommen du sparst legst 1.000€ für 1 Jahr zu einem Zinssatz von 5% an. Nach dem Jahr bekommst du einen Zinsgutschrift von 50€

Nach Jahr 1: eingesetztes Kapital = 1.000€ *1,05 = 1050

Durch die Verzinsung deines Geldes hast du nun 50€ mehr auf dem Konto.
An dieser Stelle hast du die Wahl, was du mit dem Geld machst.
Möglichkeit 1:
du lässt dir die 50€ auszahlen und gehst davon essen.
Möglichkeit 2:
Du legst die 50€, die du als Zinsen für das erste Jahr bekommen hast, mit den 1.000€ an und lässt beides zusammen verzinsen. Sieh was dadurch passiert! Denn jetzt greift das erste mal der Zinseszinseffekt.

Beispielrechnung Zinseszinseffekt

Du hast dich dafür entschieden, dass sich deine Zinsen von 50€ fürs erste Jahr gemeinsam mit den 1000€ verzinsen dürfen.
Was passiert nach dem zweiten Jahr?

Nach Jahr 2: eingesetztes Kapital = 1.050€ *1,05€ = 1.102,50

Eigentlich müsste deinen Zinszahlung bei ebenfalls 50€ liegen. Doch, da du nicht nur 1.000€ Kapital eingebracht hast, sondern auch noch die Zinsen des ersten Jahres, verzinsen sich 1.050€ mit 5% und daraus entstehen nun 102,50€. Also 2,50€ mehr als eigentlich erwartet.

Machen wir einen Zeitsprung. Sehen wir was nach 10 Jahren mit den Zinsen und deinem eingebrachten kapital passiert ist.

Nach Jahr 10: 1.000€ *1,05^10 = 1628,89

Nach 10 Jahren verfügst du über 628,89€ mehr als vor 10 Jahren. Hättest du dich damals für Möglichkeit 1 entschieden und deine Zinszahlung von 50€ jedes Jahr direkt ausgegeben, hättest du über 10 Jahre 500€ ausgeben können. (50€ Zinsen pro Jahr *10 Jahre Anlagezeit)

Doch dadurch, dass du dich für Möglichkeit 2 entschieden hast, und dein Geld sich selbst durch den Zinseszinseffekt vermehren konnte, hast du nun 128,89€ zu den 500€ zusätzlich auf dem Konto.

Das ist dir zu wenig?

Wie du den Zinseszinseffekt beeinflussen kannst

Es gibt bei der Berechnung des Zinseszinses mehrere Faktoren, die zusammenspielen.
Jeder einzelne für sich kann verändert werden, sodass eine höhere Zinszahlung entsteht.

1. Investiertes Kapital

Wenn du aus unserem Beispiel ein eingesetztes Kapital von 10.000€ machst, würdest du stolze 6.288,94€ mehr auf dem Konto haben.
Bei 100.000€ eingebrachtem Kapital sogar 62.899,46€

Willst du 1 Mio. auf dem Konto haben? Dann erhöhe die Zinsen auf 7%, und spare über 45 Jahre monatlich 281€. Dann klappts! Übrigens das eingesetzte Kapital beträgt hier 151.794€!!!

2. Zinssatz

Ein sehr effektiver Weg, deine Zinszahlungen zu erhöhen, ist es, deine Verzinsung auf das eingebrachte Kapital zu erhöhen.

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Bei 7 % Verzinsung

Nehmen wir nochmal das Beispiel mit der 1 Mio. € Mit 7% über 45 Jahre kennst du das Ergebnis. Du müsstest 281€ pro Monat investieren und bringst selbst 151.794€ ein.

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Bei 5% Verzinsung

Was passiert aber wenn du dein Geld mit 5% verzinsen lässt?

Um 1 Mio.€ zu erreichen, müsstest du 508€ pro Monat einzahlen. Dein insgesamt eingebrachtes Kapital liegt dadurch bei 274.406€

Beispiel Nummer 3. Sparst du wie die meisten Deutschen, dann wärst du über einen Zinssatz von 3 % unglaublich glücklich!
Denken wir positiv und nehmen 3% Zinsen an.
Um 1 Mio.€ zu erreichen müsstest du jeden Monat 884€ wegsparen und würdest insgesamt 477.608€ einbringen.

Ich hoffe, dass der Unterschied des Zinssatzes deutlich geworden ist.

3. Zeit

Wer Zeit verschenkt, der zahlt drauf.
Jeden Monat, den du versäumst, wird dir teuer zu stehen kommen. Denn die Zeit können wir nicht zurückdrehen.
Zu Beginn des Artikels ist dir dieses Beispiel bereits begegnet.
Nehmen wir an du entscheidest dich mit 22 damit zu starten, jeden Monat 100€ wegzusparen.
Da du fleißig den Money-Blog liest, kennst du genügend Anlagetipps, sodass du dein eingebrachtes Kapital mit 7 % verzinsen kannst.

Über die 45 Jahre bringst du selbst 54.000€ ein (100*12*45 Jahre)

Dein Endkapital beträgt jedoch 355.766€

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SPÄTER

Nun kommt jedoch das Leben dazwischen. Das Studium dauert länger, du wartest noch 5 Jahre bevor du 100€ im Monat sparst.
Damit verringert sich dein eingebrachtes Geld um 6.000€ (100*12*5 Jahre). 48.000€ zahlst du ein.
Doch dein Endkapital beträgt nur noch248.551€

0
Verlust

6000€ nicht eingezahltem Geld stehen nun 107.215€ Verlust entgegen.
Und das nur bei 5 Jahren, die du gewartet hast.

Die Zeit ist ein sehr mächtiger Faktor im Bezug auf den Zinseszinseffekt.

Die Gefahr des Zinseszinseffekts

Zinsen können sich leider nicht nur positiv auf dein Geld auswirken. Es gibt 2 Szenarien, in denen der Zinseszinseffekt dich sehr stark um dein Geld bringt.

1. Kredite, Strafzinsen, Schulden

Wenn du einen Kredit aufnimmst, bekommst du auch einen Zins genannt. Doch dieser Zins, der Darlehenszins erreicht genau das Gegenteil des Geldvermehrens durch den Zinseszinseffekt.

Je länger dein Kredit läuft, desto mehr Strafzinsen musst du bezahlen. Denn auch hier werden die negativen Zinsen wieder mit verzinst.
Und das kann sehr schnell ins Geld gehen.

Beispiel:
Bei einer Kreditsumme von 15.000€ und einem „Strafzins“ von 6,5% würdest du bei einer Laufzeit von 5 Jahren 2.531,24€ „Strafe“ zahlen,
bei einer Laufzeit von 10 Jahren 5.268,73€.

Zinseszinseffekt
Quelle Rechenknecht
Zinseszinseffekt
Quelle Rechenknecht

2. Inflation

Die Inflation oder Geldentwertung sorgt jedes Jahr dafür, dass unser Geld um ca. 2% weniger wird.
Auch hier greift der Zinseszinseffekt in die umgekehrte Richtung. Und das kann ziemlich ungemütlich werden.
Lässt du 10.000€ über 10 Jahre einfach auf deinem Girokonto, Sparbuch oder unter dem Kopfkissen liegen, so hast du nach realer Kaufkraft nach 10 Jahren noch 8.203€ an Kapital.
Die restlichen 1.797€ sind der Inflation zum Opfer gefallen.

Fazit

Der Zinseszinseffekt ist ein sehr hilfreicher Helfer, wenn du dein Geld selbstständig arbeiten lassen möchtest.
Achte auf Zeit, Zins und eingesetztes Kapital. Durch diese 3 Stellschrauben kannst du dein Ablaufergebnis erhöhen oder mindern.
Vorsicht vor dem negativen Zinseszinseffekt. Schulden können schnell zum Verhängnis werden, wenn der Zinseszinseffekt dabei nicht einberechnet wird.
Wer nicht zulassen möchte, dass sein Geld automatisch immer weniger wird, der sollte dafür sorgen, dass das Geld stets über der Inflation verzinst wird.


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Autor-Josef Leu

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